Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus

In den Dr. Ebel Fachkliniken reagiert man auf den kleinen Unterschied

10.10.2017, Dr. Ebel Fachkliniken

Männer in der Rehabilitation sind unterrepräsentiert. Zwar holen sie auf, aber 70 Prozent der Rehabilitanden sind nach wie vor weiblich. Um Männern den Weg in die Reha zu ebnen und sie vor allem adäquat und nachhaltig zu therapieren, bieten die Dr. Ebel Fachkliniken spezielle Männerprogramme an. Nicht nur die Männer profitieren von diesem Konzept, sondern auch die Frauen – die in der Klinik, wie die zu Hause. Damit dieses Konzept aufgeht, muss man die Männer verstehen und wissen, wie und wo man sie abholen kann.

Die innere Leere, die gefüllt werden muss. Nicht selten mit Alkohol, mit Spielen, mit der Suche nach dem nächsten Thrill. Ein recht sicherer Weg in die Sucht. Und ein deutliches Zeichen für eine Depression. Bleibt die Leere, breitet sie sich aus. Sie bleibt nicht im Bauch, sie erobert den Kopf und das Herz. Frauen – so klassisch kitschig es klingt – hätten längst reagiert: mit der besten Freundin die Nächte durchgequatscht, einige Paar Schuhe mehr im Schrank.... und den Hausarzt angesprochen. Männer regeln das anders, nämlich meist gar nicht. Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Magenprobleme sind die Folge; ein „echter Kerl“ geht aber nicht zum Arzt. Auch oder gerade nach vielen Jahren der Emanzipation leiden Männer noch still vor sich hin, wollen unbedingt durchhalten. So gehen auch nur sehr wenige regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen.

In der Rehabilitation spiegelt sich das wieder: Nach Diagnosen aus dem orthopädischen Bereich (mit 37 Prozent aller Rehaleistungen 2014) folgen mit jeweils 15 Prozent die sogenannten Neubildungen und psychische Probleme. Dort näher geschaut, macht Sucht bei Männern mehr als 8 Prozent des Krankheitsspektrums in Rehabilitationsmaßnahmen 2014 aus, bei Frauen sind es lediglich 2 Prozent. Bei allgemeinen psychischen Erkrankungen sind es bei den Männern mit steigender Tendenz 13 Prozent, bei Frauen 21 Prozent. Wie das kommt? Siehe oben.
Männer weinen nicht.
Dass Weinen doch auch mal gut tut, lernen Männer, die in eine Psychotherapie kommen – oder wirklich gute Freunde haben. Seit 2012 hat sich ein Trend ausgeprägt, gegebenenfalls Männer und Frauen psychologisch in getrennten Gruppen zu therapieren. Weil manche Männer sich Frauen gegenüber nicht öffnen mögen, und weil es natürlich Themen gibt, die einfach unter Männern besser aufgehoben sind, wie sexuelle Probleme, Partnerkonflikte oder die Identifikation mit der eigenen Männlichkeit. „Dann ist es gut, wenn die Männer mit anderen Männern in Kontakt kommen“, erklärt Dr. Barbara Lieberei, Chefärztin der Heinrich-Heine-Klinik, Dr. Ebel Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik in Potsdam. In Potsdam und in Saalfeld hat man gleich auf die Diskussionen reagiert und bietet seit 2012 neben gemischten Gruppen auch reine Männergruppen und Therapien an, mit denen eher Männer angesprochen werden. „Was dort dann so gesagt wird, bleibt selbstverständlich in der Runde.“ Und wirkt! „Die Patienten, die in einer Männergruppe waren, sind total begeistert“, so die Ärztin, selbst seit 2009 in der Klinik Bergfried beschäftigt. Beate Görzel hat im Laufe der Jahre die Entwicklung verfolgt: „Es kommen mehr und mehr Männer in die psychosomatische Rehabilitation. Zum einen, weil sie die Männertherapie gut finden, zum anderen, weil Männer sich immer mehr trauen dürfen, zu ihren Schwächen zu stehen.“ Oder dem, was sie dafür halten. Auch, dass es nichts mit Schwäche oder „weich sein“ zu tun hat, wenn sie Gefühle zeigen. Im Gegenteil, in der Dr. Ebel Fachklinik Bergfried Saalfeld wird Männern die Chance gegeben, zu ihrer vermeintlichen Schwäche zu stehen und eher eine Stärke darin zu erkennen, sich zu öffnen und Hilfe zu suchen. Und anzunehmen. Depressionen zeigen sich bei Männern anders als bei Frauen und Männer kommen oft zunächst gar nicht an ihre Gefühle ran. Fragt man eine depressive Frau, wie es ihr geht, kann sie meist sehr klar formulieren, was ihn ihr vorgeht. Die Gefühle in Worte fassen, die Traurigkeit fühlen und darstellen. Männer greifen auf körperliche Symptome zurück, beschreiben einen Druck auf der Brust oder im Magen, die Schlaflosigkeit. Aber, auch das haben Studien ergeben: Männer erkranken genauso oft an Depressionen wie Frauen, führen aber mit 75 Prozent den traurigen Rekord der Suizide an.

Dreißig von hundert Patienten im psychosomatischen Rehabilitationsbereich sind männlich, das Durchschnittsalter liegt um die 50. In einigen der Dr. Ebel Fachkliniken, zum Beispiel der Klinik Bergfried Saalfeld und der Heinrich-Heine-Klinik in Potsdam, werden seit einigen Jahren gezielt auch Therapien angeboten, von denen sich besonders Männer angesprochen fühlen. Drachenbootfahren, Bogenschießen, therapeutisches Boxen oder Stockkampf zum Beispiel. Fast immer unter Leitung von männlichen Therapeuten. „Wir machen es Männern mit diesem Angebot leichter, zu uns in die psychotherapeutische Rehabilitation zu kommen“, bestätigt Carola Scheidling, die die Dr. Ebel Fachklinik in Potsdam leitet.

Eine grundsätzliche Trennung zwischen Frauen und Männern gibt es dabei aber nicht. „Unser Konzept ist kein Kontrastprogramm, keine Absage an gängige und bewährte Therapien und schon gar keine Absage an Frauen. Jahre und Jahrzehnte Emanzipation wären hin, wenn es auch nicht gelingen würde, beide Geschlechter gemeinsam zu therapieren“, sagt Dr. med. Barbara Lieberei, Chefärztin der Heinrich-Heine-Klinik. „Männer können durchaus lernen, vor Frauen über ihre Gefühle zu reden... und machen die schöne Erfahrung, aufgefangen zu werden. Vielleicht gemeinsam zu weinen. Trost und Verständnis zu finden und unterschiedliche Meinungen auszuhalten.“
Ihre Erfahrung: Wenn Männer etwas verstanden haben, dann setzen sie es auch um. Darum werden Männer vor allem in den auf sie zugeschnittenen Therapien der Dr. Ebel Fachkliniken zum Umdenken angeleitet. Und, ohne dass sie es wirklich merken, aus der Reserve gelockt und zum Reden gebracht: die Therapien sind handlungsorientiert, fördern den Teamspirit. Gemeint sind zum Beispiel Sporttherapien und Psychoedukation. Der Fokus liegt – ganz im Sinne der Salutogenese – nicht auf den Defiziten, sondern auf den Stärken, die jemand hat. Ein klares Modell wird erschaffen, starke Strukturen, an denen sich der Patient orientieren kann. „Der Blick auf Defizite kann sehr selbstwertschädigend sein“, rät Dr. Lieberei. „Wir schauen konkret hin: Es gibt da ein Problem, wie kriegen wir das gelöst?!
Ressourcenorientiert, also immer im Blick, was der Patient an Fähigkeiten mitbringt.“ Gerade für „echte Kerle“ ist das eine gute Brücke, über die sie zu ihren Gefühlen kommen und dann erfahrungsgemäß auch zu reden anfangen. Sie merken: wenn sie sich anderen mitteilen, können sie eigentlich nur gewinnen.

Wie gut das Miteinander funktioniert, sieht man auch in der Freizeit. Neuankömmlinge sind meist zunächst etwas abseits – Männer weit deutlicher als Frauen, die schon an der Rezeption erste Kontakte knüpfen und gleich am ersten Abend in kleinen Grüppchen zusammensitzen oder das Gelände erkunden. Es dauert aber nicht lange, da finden sich die Männer in den geselligen Runden mit ein, spielen Volleyball oder nutzen die große Wiese vor der Klinik, um gemeinsam zu bowlen. Und tauen auf. „Männer, die in der Männergruppe sind, entwickeln oft ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl als in den anderen Fachprogrammen“, so Beate Görzel, die als Chefärztin in ständigem Kontakt mit allen Therapeuten der Dr. Ebel Fachklinik Bergfried Saalfeld steht. „Die machen auch in der Freizeit viel zusammen als Gruppe.“
Natürlich ist es auch spannend, in den Therapien die Unterschiede zwischen den männlichen und den weiblichen Patienten zu beobachten. „Was erstaunlich ist: Wenn die Patienten dann erst hier sind, nehmen sie voller Freude auch an Angeboten wie Korbflechten, Seidenmalerei oder Tanzen teil“, berichtet Klinikleiterin Carola Scheidling von ihren Erfahrungen in Potsdam. „Die Männer arbeiten auffallend gern im Garten“, bestätigt auch ihre Kollegin Beate Görzel von den Erfahrungen in Saalfeld. „Und sie sind genauer. In der Ergotherapie arbeiten Männer sehr sorgfältig, Frauen eher oberflächlicher und schneller.“ Wer viele Männer im Haus hat, muss neben der Therapieplanung aber noch ganz andere Dinge beachten. „Seit wir mehr Männer haben, mussten wir den Speiseplan und den Einkauf umstellen: wir brauchen viel mehr Fleisch!“, bestätigt Carola Scheidling und Frank Günter, Klinikleiter der Dr. Ebel Fachklinik Bergfried Saalfeld, lacht: „Die Nachfrage nach Fleisch stieg um etwa 10 Prozent, das Meckern über das Essen ist aber um gefühlte 50 Prozent zurückgegangen!“ Sein Eindruck: Je höher der Männeranteil in der Klinikbelegung ist, desto weniger wird sich beklagt; auch seitens der Frauen, die wohl in Gegenwart der Herren geduldiger werden. Und auch die Männer lernen von und mit den Frauen: Heißt es nicht, Männer hören sich nicht gern die Probleme anderer an? Mag sein. Sie können im Rahmen einer therapeutischen Behandlung aber erfahren, dass es sich lohnt, das zu lernen. Zu lernen zuzuhören und zu lernen, sich zu öffnen.

Die Dr. Ebel Fachkliniken sind als inhabergeführtes Familienunternehmen nah am Menschen und nah am Leben. Acht Kliniken in sechs Bundesländern, in denen rund 1.500 Mitarbeiter über 20.000 Patienten pro Jahr betreuen: in Psychosomatik und Psychotherapie, Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie, Kardiologie, Onkologie, Lymphologie, Geriatrie, Naturheilverfahren und mit Pflege/Seniorenwohnsitz. Die Standorte wurden bewusst so gewählt, dass nicht nur das medizinische Angebot der Kliniken, sondern auch die Natur draußen vor der Tür zu Genesung der Patienten beiträgt. Der Weg zurück ins Plus führt bei den Dr. Ebel Fachkliniken durch tiefgrüne Waldgebiete, sanfte Hügellandschaften und entlang idyllischer Seeufer.


Pressekontakt: Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co. Heinrich-Heine-Klinik KG, Am Stinthorn 42, 14476 Potsdam Urte Michaelsen, Tel 0176 6156 2597, Fax 033208 56-650, E-Mail presse@ebel-kliniken.com www.ebel-kliniken.com

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