Von Potsdam nach Rio zum Kampfrichter-Job

Potsdamer Abteilungsleiter ist Kampfrichter bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro und im Auftrag des Weltverbandes derzeit viel unterwegs. Das alles macht er ehrenamtlich!

31.05.2016, Heinrich-Heine-Klinik

Eigentlich leitet er als Sporttherapeut Patienten beim Bogenschießen an. Doch ab und zu schlüpft er in eine ganz andere Rolle. Holger Albrecht, Leiter der Therapie in der Heinrich-Heine-Klinik ist Kampfrichter und Mitglied des „Technischen Komitees Männer“ des Weltturnverbandes (FIG). In dieser Funktion, zuständig für die Disziplin Turnen an dem Gerät Ringe, wird er bei den XXXI. Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit dabei sein. In Brasiliens Metropole finden vom 5. bis zum 21. August die Olympischen Spiele 2016 statt. In 28 Sportarten und insgesamt 306 Wettbewerben geht es um Gold, Silber und Bronze.

Als Kampfrichter reiste Albrecht bereits im Februar zum Weltcup nach Baku, im März nach New York. Im April trat er die Olympia Qualifikation in Rio de Janeiro an, wo sich die deutschen Turner mit starken Wettkämpfen die Teilnahme an den Olympischen Spielen sicherten. Im Mai ist er in Bulgarien beim Weltcup als Wettkampfverantwortlicher im Einsatz, anschließend in São Paulo/Brasilien und in Bursa/Türkei. Ein Arbeitstreffen in Bern und eine Sitzung in Budapest stehen zwischendurch ebenfalls an. Das alles macht der Sport-Enthusiast ehrenamtlich, lediglich die Reisekosten und Spesen hat er wieder raus. Sein Arbeitgeber, die Potsdamer Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie unterstützt sein internationales Engagement als Kampfrichter und gibt ihm Rückendeckung bei seinen Vorhaben.

Bereits 2008 gehörte Albrecht dem internationalen Kampfrichterkader bei den Olympischen Spielen in Peking an, 2012 in London. Ebenfalls 2012 wurde der internationale Kampfrichter aus Werder/Havel von der Generalversammlung in Cancun, Mexiko in das wichtige Führungsgremium des Weltverbandes gewählt. 

Das Technische Komitee befasst sich mit den Wettkampfregeln im Geräteturnen und legt weltweite Regeln und Standards für internationale Turniere wie Weltcups und die Olympischen Spiele fest. „Das Technische Komitee ist maßgeblich daran beteiligt die internationalen Standards des Turnens weiterzuentwickeln und Kampfrichter aus- und fortzubilden“, erklärt Albrecht.

Der 57-jährige Potsdamer blickt auf eine lange Sportkarriere als Turner, Trainer und Kampfrichter zurück. Bereits 1989 erwarb er die internationale Kampfrichterlizenz. 1997 war er zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei, 1998 nahm er an der Europameisterschaft teil. 2005 wurde er in das Technische Komitee des Europäischen Turnerverbandes (UEG) berufen und 2008 folgten die Olympischen Spiele in Peking.

Holger Albrecht lebt in Werder/Havel, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Seit 21 Jahren arbeitet er in der Heinrich-Heine-Klinik in Neu Fahrland. Mit der Neuausrichtung der Klinik als Zentrum für Psychosomatik und Psychotherapie 2008 wurde er Abteilungsleiter der Therapien und entwickelt seitdem das Therapiekonzept weiter. „Sport und Bewegung ist ein ganz wichtiger Bestandteil im Rehabilitationsprozess, besonders bei Patienten mit Depressionen und Burnout“, erklärt der Therapeut. Heute bieten er und sein 22-köpfiges Team Therapeutisches Bogenschießen, Boxen und Stockkampf an. Auch das Drachenbootfahren auf dem angrenzenden Krampnitzsee ist in der Heinrich-Heine-Klinik eine Therapie, ebenso wie das morgendliche QiGong am Strand. 

Die Heinrich-Heine-Klinik Potsdam ist das größte Zentrum für Psychosomatik und Psychotherapie in der Region. Sie gehört zur Unternehmensgruppe der Dr. Ebel Fachkliniken – einem Familienunternehmen mit einem bundesweiten Kliniknetz von acht Fachkliniken in sechs Bundesländern und Kompetenzen in Rehabilitation, Prävention, Therapie und Pflege in den Fachbereichen Psychosomatik, Psychotherapie, Orthopädie, Neurologie, Rheuma, Herz-Kreislauferkrankungen, Onkologie, Lymphologie sowie Geriatrie und Naturheilverfahren.

« Zurück