Radon auf dem Weg zur Anerkennung als physikalisches Heilmittel

Internationale Radon-Studie belegt die positive Wirksamkeit der Radontherapie

28.11.2014, Klinik Bad Brambach

In Europa wird das Edelgas Radon seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der Therapie genutzt. Rheumatische Erkrankungen stellen dabei die Hauptindikationen dar. In der Dr. Ebel Fachklinik im Kurort Bad Brambach findet Radonbalneologie ihre Anwendung in Form von Radonbädern und -trinkkuren. 

Obwohl seit vielen Jahren empirische Erfahrungen zu nachhaltigen, schmerzlindernden Effekten der Radontherapie vorliegen, war deren Evidenz unter heutigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht ausreichend. Um diese Lücke zu schließen, führten die Mitglieder von EURADON - Verein Europäische Radonheilbäder e. V. eine internationale randomisierte multizentrische Radon-Studie (IMuRa-Studie)  durch, welche die Klasse 1b der Konzepte der evidenzbasierten Medizin erfüllt. Sie belegt die positive Wirksamkeit von Radon-Behandlungsserien auf die Schmerzsituation bei chronischen Schmerzen und die reduzierte Einnahme von Analgetika während des Nachbeobachtungszeitraums von neun Monaten. 

Doppelblinde Versuchsdurchführung

Durchgeführt wurde die Studie in sieben Heilbädern in Deutschland und Österreich. Alle teilnehmenden Zentren verfügten über Radonquellen oder die Möglichkeit zur Radonstollentherapie mit therapeutisch relevanten Radonkonzentrationen. Untersucher, Therapeuten und die 652 Patienten waren bezüglich der Therapie verblindet. Die Studienintervention bestand aus 12 Radonbädern im Verlauf von 3 - 4 Wochen oder Leitungswasserbädern als Kontrollintervention. Bei der Stollentherapie wurden 10 Einfahrten innerhalb von 3 Wochen genutzt, wobei hier als Vergleichstherapie Soft-Dampfbäder mit gleichen klimatischen Bedingungen zum Einsatz kamen. Die Studienteilnehmer litten entweder unter chronischen Rückenschmerzen mit degenerativer Pathologie oder Osteoporose, Arthrose des Hüft- und/oder Kniegelenks, rheumatoider Arthritis oder an Spondylarthropathien. Bei Studienaufnahme wiesen sie deutliche chronische oder rezidivierende Schmerzen auf, die bereits über einen Zeitraum von länger als sechs Monate bestanden. 

Die medizinische Gesamtstudienleitung oblag Dr. Ina Furch, niedergelassene Orthopädin und Badeärztin, Bad Schlema. Prof. Dr. Thomas Franke übernahm die wissenschaftliche Betreuung und Auswertung. Finanziert wurde die IMuRa-Studie durch EURADON. 

Positive Wirkungen sollen Weg für ambulante Kostenerstattung ebnen


Die Auswertung ergab, dass die mit Radon behandelten Patienten eine signifikant deutlichere Schmerzreduktion erlebten als die Patienten der Vergleichsbehandlung. Diese Überlegenheit der Radonbehandlung erstreckte sich über die gesamte Beobachtungsdauer von neun Monaten. Zudem wurde für den gleichen Zeitraum eine reduzierte Einnahme von analgetischen Medikamenten wie NSAR beobachtet. Somit kann der Organismus der Patienten mit Blick auf unerwünschte Medikamentennebenwirkungen entlastet werden. Unter Berücksichtigung der meist sehr langen rheumatischen Krankengeschichte der Teilnehmer war eine noch deutlichere Verbesserung durch die einmalige serielle Radonbehandlung nicht zu erwarten. 

Die Initiatoren der IMuRa-Studie erhoffen sich aufgrund der positiven Ergebnisse, dass Radontherapien in Zukunft auch im Rahmen der ambulanten Versorgung von gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet werden. Im deutschen Gesundheitssystem beispielsweise wird sie derzeit lediglich im Rahmen von stationären Reha-Maßnahmen akzeptiert. Im Rahmen der ambulanten Versorgung werden Radonbehandlungen nicht erstattet, weil sie bislang nicht als eigenständige Behandlungsoptionen in der deutschen Heilmittel-Richtlinie (des G-BA) enthalten sind. Nähere Informationen unter www.euradon.de

Kontakt Dr. Ebel Fachklinik Bad Brambach:

Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co., Rehabilitationsklinik Bad Brambach KG, Christian-Schüller-Str. 14, 08648 Bad Brambach, Telefon: 037438 / 96 510, Telefax: 037438 / 96 105, E-Mail: patientenserive@klinik-bad-brambach.de, Internet: www.klinik-bad-brambach.de

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