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Was ist Schematherapie?

Schemata - Lebensmuster

In der Schematherapie wird versucht, die aktuellen Schwierigkeiten des Patienten vor dem Hintergrund seiner biographischen Lerngeschichte zu verstehen. Schemata sind frühe schmerzliche Erfahrungen, die im Gedächtnis eingebrannt sind. Sie entwickeln sich aus dem Zusammenspiel unseres Temperaments, dem quasi vorprogrammierten neurobiologischen Aspekt unseres Daseins, und der Verletzung oder Nicht-Erfüllung von Grundbedürfnissen in der Kindheit und Jugend. Schemata sind tief verankerte Lebensmuster und Lebensthemen, die Denkweisen und Gefühle, aber auch Erinnerungen und Verhaltensweisen beinhalten (z.B. Angst vor Verlassenwerden, fehlendes Selbstwertgefühl, Versagensangst usw.).

Ein Schema entwickelt sich in der Kindheit und Jugend und wird im Laufe des Lebens immer wieder aktiviert. Da es mit der Zeit immer starrer wird, werden die Reaktionen immer weniger flexibel, verursachen in aktuellen Lebenssituationen zunehmend Schwierigkeiten und können zu psychischen Erkrankungen wie z.B.  Persönlichkeitsstörungen führen.

Die Schematherapie und das Modus-Modell

In der Schematherapie werden solche starren, nicht zielführenden Reaktionsmuster analysiert. Die jeweiligen Verhaltensmuster werden benannt und im sogenannten Modusmodell zusammengefasst. Die übergeordneten Modi sind Kind-Modus, Elternmodus, Bewältigungsmodus, Gesunder Erwachsener-Modus und Glückliches Kind-Modus. Jeder Modus besteht aus einer gedanklichen, emotionalen, physiologischen und verhaltensorientierten Komponente.

Im Kind-Modus werden häufig sehr intensive Gefühle der Traurigkeit, der Wut, der Verletzlichkeit und des Schams erlebt. Der Elternmodus  setzt sich aus den verinnerlichten Sätzen von Bezugspersonen zusammen und  kann aus einem fordernden und einem strafenden Elternmodus bestehen. Diese schmerzhaften Modi sollen durch die gegenüber liegenden Bewältigungsmodi reguliert werden. Dadurch werden die schmerzhaften Modi entweder vermieden, bekämpft oder erduldet.  

Modi sind Momentaufnahmen emotionaler Zustände. Meistens werden die Schema-Modi durch alltägliche Situationen ausgelöst, die gewissermaßen als Emotionsschalter dienen: Wenn ein Schema aktiviert wird, wird der Schema-Modus ausgelöst. Modi beinhalten starke  Emotionen und/oder starre Bewältigungsstrategien, die unbewusst die Kontrolle über uns und unser individuelles Funktionieren übernehmen.

Der Modus, in dem wir uns gerade befinden, kann sehr schnell wechseln – und Modi können sich auch gegenseitig überlappen. Wir sprechen dann von „Modus flipping“, einem sehr häufig beobachtbaren Phänomen bei Menschen mit bestimmten psychischen Störungen. „Modus flipping“ wird als beängstigend, „verrückt“ oder erdrückend wahrgenommen und ist oft sehr anstrengend.

Ziel der Schematherapie ist es, den biographischen Ursprung hinderlicher Schemata und ihre Wirkungen auf das gegenwärtige Verhalten zu erkennen, zu analysieren und für sich zu entdecken, dass es aus diesen vermeintlichen Lebensproblematiken, wenn man sie erst einmal verstanden hat, durchaus Auswege gibt.

 

Literaturangaben:

 

Young JE, Klosko JS, Weishaar ME; Schema Therapy: A Practitioner´s Guide. New York: The Guilford Press; 2003.

Masley SA, Gillanders D.T. et al.; A Systematic Review of the Evidence Base for Schema Therapy. Cognitive Behaviour Therapy 2011; 1-18.

Literatur Störungsübergreifend:

Jacob GA, Arntz A.; Schema Therapy for Personality Disorders – A Review. International Journal fo Cognitive Therapy 2013; 6(2): 171-185.

Renner F., Lobbestael J.; Early maladaptive schemas in depressed patients: Stability and relation with depressive symptoms over the course of treatment. Journal of Affective Disorders 2012; 136: 581-590.

Malogiannis IA, Arntz A et al.; Schema therapy for patients with chronic depression: A single case series study. J. Behav. Ther. & Exp. Psychiat. 2014; 45: 319-329.

Thiel N., Tuschen-Caffier B. et al.; The prediction of treatment outcomes by early maladaptive schemas and schema modes in obsessive-compulsive disorder. BMC Psychiatry 2014; 14:362

Deutsch:

Reiss N., Vogel F. et al.; Behandlungszufriedenheit von Patientinnen mit Borderline Persönlichkeitsstörung bei stationärer Schematherapie. Psychother Psych Med 2013; 63:93-100.

Jacob G..; Schematherapie. Ein integrativer Ansatz in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Psychotherapie im Dialog 2014; 3: 68-71.

Renneberg B., Schmitz B. et al.; Behandlungsleitlinien Persönlichkeitsstörung. Psychotherapeut 2010; 55:339-354.

Unsere Arbeitsgrundlage:

Reiss N., Farrell J. M., Shaw I. A.; Schematherapie erfolgreich anwenden. Junfermann Verlag 2015