Radontherapie

Weltweit stärkste Radonquelle

Das wertvolle Edelgas ist in den Heilquellen im sächsischen Bad Brambach in einer weltweit einzigartigen Konstellation enthalten. Radon befindet sich überall in der Erdrinde und in der Luft. Besonders hoch ist der Gehalt in uranhaltigem Gestein und dort, wo der Boden sehr gasdurchlässig ist. Radonhaltige Badequellen sind die Obere und die Untere Grenzquelle. Radonhaltige Trinkquellen sind die Schiller- und die Wettinquelle in Bad Brambach. Letztere ist die stärkste Radonquelle der Welt. Beim Baden oder Trinken von radonhaltigem Mineralheilwasser gelangt das kontrolliert dosierte und dadurch unschädliche Heilmittel in den Organismus. Radon entsteht durch den natürlichen Zerfall von Radium. Das Edelgas ist ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt. Die Heilquellen in Bad Brambach enthalten gelöstes Radon, Mineralien und Kohlensäure.

Einsatz des Heilmittels im Klinikalltag
  
Viele Menschen leiden an chronischen Erkrankungen, die mit rheumatischen Schmerzen einhergehen. Diese Erkrankungen des sogenannten rheumatischen Formenkreises umfassen einerseits entzündliche Veränderungen der Gelenke und der Wirbelsäule, andererseits aber auch deren Verschleißerscheinungen.
Als wirkungsvolle Therapie, neben einer Kombination aus herkömmlichen aktiven und passiven Therapiemaßnahmen, hat sich die Anwendung mit Radon erwiesen, auch wissenschaftlich belegt. Das wertvolle Edelgas ist in den Heilquellen im sächsischen Bad Brambach in einer weltweit einzigartigen Konstellation enthalten. Die Heilquellen enthalten gelöstes Radon, natürliche Mineralien sowie Kohlensäure.
Dieses natürliche Heilmittel aus der Region macht sich die Rehabilitationsklinik für Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie in Bad Brambach zu Nutze.  Hier wird das hochwirksame Radon in Form von Wannenbädern und als Trinkkuren angewendet. Behandelt werden rheumatische und entzündliche Erkrankungen der Gelenke wie chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis), Morbus Bechterew, Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule, Hüftarthrosen und Arthrosen der Knie- sowie der Fingergelenke.

Anwendungsbereiche:

  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, insbesondere bei Rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und verschiedensten Formen des Weichteilrheumatismus
  • Degenerative Wirbelsäulensyndrome
  • Degenerative Gelenkbeschwerden
  • Sklerodermie
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Arthrosen

Bei Kindern, sowie Schwangeren oder Patienten mit unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion aber auch mit akuten Erkrankungen sollte von einer Radonbehandlung abgesehen werden. Nach Tumorerkrankungen ist eine individuelle  ärztliche Entscheidung zwingend erforderlich.

Heilmittel mit Tradition

Radonkuren haben in Bad Brambach, im südwestlichen Sachsen, eine mehr als 100 Jahre alte Tradition. Heilsame Effekte werden insbesondere bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen, bei Arthrosen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates erzielt.
Deutschlandweit sind wir als Klinik, neben einer weiteren in Bad Steben, beispiellos bei der Anwendung des Heilmittels Radon in Form der Bädertherapie und als Trinkkur. Patienten berichten von einer deutlichen Schmerzlinderung, die bis zu neun Monate anhält. Wissenschaftliche Studien belegen diese Wirkung. Das radioaktive Edelgas wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend.

Besonderheit der Bad Brambacher Radonanwendungen

Eine Besonderheit der Bad Brambacher Radonanwendungen ist die in einem hohen Maß enthaltene Kohlensäure. Dadurch können auch Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen, für die ein Wannenbad zu belastend wäre, schmerzlindernde Radon-Kohlensäurebäder in Anspruch nehmen. Die gesundheitsfördernde Wirkung des natürlichen Gases ist auf die energiereichen Alphastrahlen zurückzuführen, die beim Zerfall entstehen. Dabei regt der milde Strahlungseffekt des Edelgases die Zellen an und ist schonend für den gesamten Organismus. Neben der Aktivierung des Stoffwechsels und der Selbstheilungskräfte erhöht eine Radontherapie unter anderem die Ausschüttung von Endorphinen, die zur Schmerzlinderung beitragen.

Die Radonbäder und Trinkkuren in der Klinik Bad Brambach werden nur nach ärztlicher Verordnung und Aufklärung durchgeführt. Sie sind Teil eines komplexen Reha-Konzeptes, das gezielt die aktiven und passiven Therapien in Kombination anwendet, so beispielsweise die Gymnastik, Ergotherapie, Mooranwendungen und galvanische Bäder.
Die langanhaltende Linderung von Beschwerden, auch Monate nach der Radonbehandlung, ist in mehreren Studien unter Federführung und Beteiligung unseres Oberarztes, Herrn Dr. med. Reiner wissenschaftlich nachgewiesen worden.

Wissenschaftliche Studie über den Einsatz von Radon

In der Klinik Bad Brambach wurde von 1997 bis 2005 ebenso eine Studie mit dem Thema „Positive Langzeiteffekte einer Radonbäderserie im Rahmen der stationären Rehabilitation von Patienten mit rheumatoider Arthritis – Eine randomisierte doppelblinde Studie“ durchgeführt. Die 134 Patienten, die an der Studie teilnahmen, waren alle an der gesicherten rheumatoiden Arthritis erkrankt und in  zwei Parallelgruppen eingeteilt. In der einen Gruppe kamen natürliche Radon-CO2-Bäder zum Einsatz und die andere wurde mit künstlich hergestellten CO2-Bädern behandelt. Alle Patienten erhielten zusätzlich einheitliche konservative sowie rehabilitative Therapieanwendungen.

Dabei konnte der Nachweis erbracht werden, dass die Anwendung von Radon-CO2-Bädern, gegenüber normalen CO2-Bädern, in der Verbindung mit Rheumagymnastik, Ergotherapie und galvanischen Bädern eine Verlängerung des Therapieerfolges erbrachte. Diese Wirkung nennt man Hafteffekt, der hier bis zu neun Monaten nachgewiesen wurde. Die Patienten empfanden die Einschränkungen durch ihre Krankheit im Alltagsleben als geringer. Sie bestätigten außerdem eine verbesserte Schmerzsituation und eine damit verbundene Reduktion der Schmerzmedikamente. Damit sind Ergebnisse aus früheren Radonstudien bestätigt worden.
Für diese wissenschaftliche Arbeit erhielten Herr Dr. Lothar Reiner und Frau Dr. Annegret Franke den Wissenschaftspreis 2007 von der Jury des Vereins EURADON (Verein für europäische Radonheilbäder e. V.).

Radonstudie zum Download


Im Jahr 2014 belegte eine neue Studie, die so genannte IMuRa-Studie (= internationale, multizentrische Radon-Studie) abermals die schmerzlindernde Wirkung von Radon. Diese wurde in 6 Kurzentren Deutschlands und Österreichs mit 665 Probanden durchgeführt. Alle Patienten hatten unterschiedliche chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie zum Beispiel rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Arthrosen. Ein eindeutig messbares Ergebnis der IMuRa-Studie ist eine deutliche Verbesserung der Schmerzen über den gesamten Beobachtungszeitraum, sowie ein deutlich reduzierter Schmerzmittelverbrauch der Probanden.
Somit konnte die Wirksamkeit von Radon erneut bewiesen werden.

Link: www.euradon.de