Fachprogramme

Burnout

Wenn sich ein Mensch über lange Zeit im Alarmzustand „Stress“ befindet, ohne sich ausreichend erholen zu können, setzt ein Zustand der Erschöpfung ein. Diesen Zustand nennen wir Burnout. Er kann hervorgerufen werden durch zu viele Anforderungen in Beruf oder Freizeit und durch den ungeeigneten Umgang mit diesen Anforderungen.

Um einen Burnout zu bekommen, muss man einen langen Zeitraum im Dauerstress gewesen sein.

Die „Fachgruppe Burnout“ beleuchtet verschiedene Faktoren, die Burnout auslösen können. Besprochen werden die aktuelle Situation, in der sich der Betroffene befinden kann, die eigene Person mit ihrem persönlichen „Strickmuster“ und verschiedenen Persönlichkeitsanteilen sowie der persönliche Mechanismus im Umgang mit hoher Belastung.

Es werden Strategien zur Vermeidung eines Burnout vermittelt und Wege aufgezeigt, wieder zu (neuer) alter Stärke zurückzufinden.

 

Lebenskrise

Wenn ein Mensch mit einer Situation konfrontiert wird, in der er sich neu orientieren und positionieren muss, dann muss er sich daran anpassen. Es kann sein, dass sich Lebensbedingungen drastisch geändert haben oder sich für die Person als nicht mehr tragbar erweisen. Schon vorhandene Strategien und Ressourcen reichen nicht mehr aus, oft muss ein Verzicht geleistet und es müssen neue Schwerpunkte und Ziele gesetzt werden.

Bei vielen Menschen gestaltet sich der notwendige Umwandlungsprozess als so schwierig, dass man, aus ihrer subjektiven Sicht von einer Lebenskrise sprechen kann.

Auslösemuster können sein: Veränderungen aufgrund kritischer Lebensereignisse, chronische Belastungen, Lebensblockaden und „Festsitzen“.

Die „Fachgruppe Lebenskrise“ arbeitet ressourcenorientiert, initiiert eine Bestandsaufnahme, arbeitet an der Reduktion von Ansprüchen und vermittelt Strategien zur Verbesserung des Umgangs mit sich selbst und mit anderen.

 

Depression Allgemein

Manche Menschen haben eine bestimmte genetische Anfälligkeit und/oder eine durch ihre Lebensgeschichte erklärbare höhere Verletzlichkeit. Wenn zusätzlich ein psychischer oder physischer Auslöser Belastung hinzukommt, wird ein eigendynamisches Geschehen in Gang gesetzt, das schließlich im ungünstigsten Falle in eine depressive Episode mündet.

Die „Fachgruppe Depression Allgemein“ vermittelt Wissen über die Entstehung einer Depression und gibt Einblick in den Weg aus der Depression heraus. Angefangen vom Aufbau positiver Aktivitäten, über die Bedeutung des Gleichgewichtes zwischen Anforderungen und positiven Aktivitäten werden die Veränderung depressionsfördernder Grundüberzeugungen sowie die Rückfallprophylaxe besprochen.

 

Lebensfallen

Eine Lebensfalle ist ein Muster, das in der Kindheit entsteht und sich während des ganzen Lebens eines Menschen immer wieder manifestiert. Es ist durch etwas entstanden, das einem Betroffenen von Mitgliedern der eigenen Familie oder anderen Kindern angetan worden ist. Die Betroffenen sind verlassen, kritisiert, übermäßig beschützt, missbraucht, misshandelt oder ausgeschlossen worden, oder ihnen wurde etwas vorenthalten: Sie sind in irgendeiner Weise geschädigt worden. Irgendwann wird eine Lebensfalle zu einem festen Bestandteil im Leben. Auch als Erwachsene organisieren die Betroffenen Situationen so, dass sie in ihnen schlecht behandelt, ignoriert oder von anderen beherrscht werden und dass es ihnen nicht gelingt, die ihnen wichtigsten Ziele zu erreichen.

Die „Fachgruppe Lebensfallen“ zeigt eben diese Lebensfallen, ihre Entstehung in der Kindheit und ihr Wirken in der Gegenwart auf. Es werden Strategien vermittelt, sich anders zu verhalten, um die Lebensfalle durchbrechen zu können. Die Betroffenen werden motiviert, aktiv und langanhaltend gegen ihre Lebensfalle zu arbeiten.

 

Hilfe für Helfer

Wenn ein Mensch andere auf unbegrenzte Dauer unterstützt, ohne die eigenen Bedürfnisse zu beherzigen, betreibt sie/er Raubbau an den persönlichen Kräften. Wenn sie/er diese Haltung entweder zur beruflichen oder zur privaten Lebensgrundlage gemacht hatte, kann sie/er diese Fachgruppe nutzen, um das zu ändern.

Die „Fachgruppe Hilfe für Helfer“ zeigt Personen in unterschiedlichen Berufen, wie und welche Wege sie aus dem Hamsterrad der Wiederholungen hinausgehen können. Es werden Strategien im Umgang mit Abgrenzung vermittelt und die „Helfer“ animiert, sich zukünftig auch Zeit für sich selbst zu nehmen und diese zu genießen.

 

Depression-Selbstsicherheit

Eine depressive Erkrankung entsteht nicht von einer Minute zur anderen, sondern entwickelt sich in einem länger dauernden Prozess, der z. B. mit einer depressiven Verstimmung beginnt, die dazu führt, dass sich die betroffene Person zurückzieht, dadurch weniger positive Ereignisse erlebt, vermehrt zu grübeln beginnt und sich dadurch die depressive Verstimmung noch verstärkt. Eine Spirale wird in Gang gesetzt: weiterer sozialer Rückzug bedeutet noch weniger angenehme Erlebnisse. Vermehrtes Grübeln über das eigene Versagen führt dazu, dass das Selbstwertgefühl weiter sinkt. Enttäuschung über sich selbst und Hoffnungslosigkeit nehmen zu. Die Depression macht sich breit und führt dazu, dass man sich am liebsten verkriechen würde, keine Kraft mehr hat und für sich keine Hoffnung und Lebensperspektive mehr sieht.

Wenn ein Mensch sich am unteren Ende der Spirale befindet und es ohne Hilfe von außen nicht gelingt, die Depression zu überwinden, können sie gemeinsam mit der Gruppe, den anderen Patienten, den Therapeuten, den Behandlungen und Therapien Schritt für Schritt wieder den Weg nach oben beschreiten und allmählich Ihre Lebensfreude zurück gewinnen.

Die „Fachgruppe Depression-Selbstsicherheit“ beschäftigt sich mit folgenden Themen: welche Fertigkeiten haben sie im Hinblick auf Ihre Verhaltensweisen, um wieder aktiver zu werden und mehr angenehme Tätigkeiten auszuüben? Welche sozialen Fertigkeiten sind nötig, um Konflikte zu lösen? Wie kann man konstruktiver Denken, wie lassen sich positive und negative Gedanken ausbalancieren? Welche Entspannungsmöglichkeiten sind hilfreich um, ihre Gefühle positiv zu beeinflussen?

 

Angstbewältigung

Angst ist eine psychische Störung, an der nicht wenige Menschen leiden. Sie entsteht, wenn die Dinge in unserem Inneren aus dem Gleichgewicht kommen. Damit sind die Ursachen oft ähnlich, wie z. B. bei der Entstehung von Depressionen. Wir erkennen Angst als etwas Bedrohliches, wobei sie auch eine wichtige schützende Funktion hat.

Im „Fachprogramm Angstbewältigung“ geht es um die Auseinandersetzung mit den Entstehungsmechanismen der Angst, die etwas mit unserer Lebensgeschichte und mit unserer genetischen Veranlagung zu tun haben.

Sie lernen die Angst als wichtigen Begleiter zu verstehen, der allerdings in unserer modernen Gesellschaft über das Ziel hinausschießen kann. Sie lernen weiterhin, was ihre Bedürfnisse sind und wie Gefühle allgemein entstehen und was diese uns sagen wollen. Damit wird ihre Angststörung für sie (be)greifbarer. Sie werden in die Lage versetzt durch dieses Verständnis und durch weitere Werkzeuge, die sie im Laufe der Gruppe lernen, die Angst wieder zu dem zu machen, was sie eigentlich ist, ein Schutz für unser Leben.

 

Posttraumatische Belastungsstörung

Unglücke, körperliche und sexuelle Gewalterfahrungen können zu erheblichen seelischen Verletzungen führen. Wenn die Betroffenen unter den wiederkehrenden Erinnerungen leiden, können sie in nicht mehr steuerbare Unruhe und Erregungszustände geraten. Sie tun alles, um dieses absolut realitätsnahe Wiedererleben ihrer Verletzungen zu vermeiden. Diese Nachhall-Erinnerungen (Flashbacks), die Übererregbarkeit und das Vermeiden von Situationen, die Flashbacks auslösen, kennzeichnen die Posttraumatische Belastungsstörung.

Zusätzlich leiden die Betroffenen oft unter Depressionen und auch Angststörungen. Gefühle der Hilflosigkeit und der Scham und oftmals auch Schuldgefühle kennzeichnen weiter dieses Leiden.

Im „Fachprogramm Posttraumatische Belastungsstörung“ werden Patienten über die besonderen Merkmale ihrer Erkrankung und deren Entstehung ausführlich unterrichtet. Sie lernen Stabilisierungsübungen zur Alltagsbewältigung. Es werden Wege aufgezeigt, wie Traumaerfahrungen heilbar bearbeitet werden können. Wir helfen bei der Suche von weiterführenden ambulanten und stationären Traumatherapieplätzen. Sie werden auf eine spätere aufdeckende bzw. konfrontierende Traumatherapie vorbereitet.