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Psychotherapie

Die Psychotherapie spielt eine äußerst wichtige Rolle in der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Sie ist ein bewusster und geplanter Prozess zwischen dem Patienten und einem Psychotherapeuten, um Verhaltensstörungen positiv zu beeinflussen, psychisches Leid zu lindern bzw. zu heilen und zwischenmenschliche Konflikte zu bewältigen. Die Psychotherapie arbeitet mit psychologischen Mitteln, die im Erleben und Verhalten ihren Ansatzpunkt haben, im Mittelpunkt steht die verbale und nonverbale Kommunikation. Das Ziel der meisten psychotherapeutischen Verfahren mit kommunikativen und übenden Techniken besteht darin, dem Patienten Strategien zur Bewältigung von Problemen aufzuzeigen, ihm Handlungskompetenz zu vermitteln und sein Selbstvertrauen aufzubauen.

  • Die 5 übergreifenden, allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie sind nach Grawe (1994):
  • Therapeutische Beziehung: Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten trägt wesentlich zum Therapieergebnis bei.
  • Ressourcenaktivierung: Die Besonderheiten, die ein Patient in die Therapie mitbringt, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen des Patienten.
  • Problemaktualisierung: Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar, dies kann über unterschiedliche Herangehensweisen und Techniken erreicht werden.
  • Motivationale Klärung: Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient ein klareres Bewusstsein der Ursprünge und Hintergründe seiner Problematik gewinnt.
  • Problembewältigung: Die Behandlung unterstützt den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen

Gruppenpsychotherapie

Zehn bis zwölf Patienten und der Therapeut bilden eine Psychotherapiegruppe. Die Beziehungen zu den anderen Gruppenmitgliedern und dem Therapeuten ermöglichen es, in einem geschützten Rahmen eigene Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen nachzuerleben und zu bearbeiten. Gruppenpsychotherapie wird von psychologischen und ärztlichen Therapeuten mit drei Sitzungen pro Woche bei einer Sitzungsdauer von jeweils 90 Min überwiegend als geschlossene Gruppen durchgeführt, d.h. in der Regel reisen die Patienten gemeinsam an und gemeinsam ab.

In der Gruppenpsychotherapie werden spezielle Phänomene genutzt, die nur in der Gruppe auftreten, wie die sog. Gruppendynamik. Die Personen treten miteinander in Kontakt und tauschen sich über ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus. In den Gruppensituationen wiederholt sich in der Regel das Rollenverhalten, wie es in der Familie oder im Beruf vorkommt. Dies wird genutzt, um herauszufinden, wie z.B. die Probleme der Teilnehmer entstanden sind und wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten.

In den Gruppensitzungen kann jeder sein Anliegen in der Gruppe vorbringen und von ihr eine Rückmeldung erhalten, der Patient entscheidet selbst, was er von sich preisgeben möchte und was nicht. Darüber hinaus kann der Patient die Fremdwahrnehmung durch andere Teilnehmer zum Abgleich seiner Probleme nutzen, in der Gruppe können zudem potentiell Lösungswege erarbeitet werden.

Die wichtigsten Wirkfaktoren nach Yalom (1985) sind:

  • Selbstöffnung und Ausdruck von Gefühlen (Katharsis)
  • Emotionaler Zusammenhalt in der Gruppe als Zugehörigkeits- und Akzeptanzgefühl (Kohäsion)
  • Erlebnis des Nichtalleineseins mit Problemen (Universalität des Leidens)
  • Gemeinsames zwischenmenschliche Lernen, wie z.B. Beziehungen zu anderen aufzunehmen, sich selbst anderen gegenüber öffnen, anderen Rückmeldung zu geben oder selbst zu erhalten und anzunehmen (Interpersonelles Lernen)
  • Anderen eine Hilfe sein zu können und den eigenen Wert durch andere zu erleben (Altruismus)
  • Die therapeutische Gemeinschaft - die gegenseitiges Lernen und die Übernahme von (Selbst-) Verantwortung fördert - wird in der Gruppe gepflegt. Sie hilft dabei nicht nur bei der Bewältigung des Alltags, sie dient vor allen Dingen als Lernerfahrung, um in einem sicheren Umfeld sozial und emotional einen Neuorientierung wagen zu können.

Einzelpsychotherapie

Die stabile Arbeitsbeziehung zwischen Therapeut und Patient bildet eine wichtige Grundlage für die Bearbeitung seelischer und/oder körperlicher Probleme. Einzelpsychotherapien werden von ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt mit einer Häufigkeit von einer Sitzung pro Woche. Der Einzeltherapeut ist zugleich der Bezugstherapeut für den Patienten, der mit den Patienten wesentliche Behandlungsabsprachen (Therapiedauer, -setting, Teilnahme an bestimmten Behandlungsangeboten, spezielle Vereinbarungen) trifft.

Die psychotherapeutischen Einzelsitzungen finden in einem vertraulichen Setting statt. Grundlage sind die zuvor geführten Anamnese- und Diagnostikgespräche. Diese dienen dem Therapeuten wie auch dem Patienten zur Sichtung der Ressourcen und zur Zielorientierung der Therapie. Das psychologische Konzept besteht darin, den Patienten zu aktivieren und zu motivieren, seine Selbstwahrnehmungsfähigkeiten weiter zu entwickeln. Sie bezweckt stets einen Wandel und Ausgleich in der Wahrnehmung und Interpretation von Erlebnissen im Denken, Fühlen und Verhalten, um für Körper und Seele eine gesündere Selbststeuerung zu entwickeln.

"Ein Problem kann man nicht mit der Art des Denkens lösen, die es geschaffen hat." (Albert Einstein)

Ergotherapie

Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Diesen Menschen soll es ermöglicht werden, für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer Umwelt durchführen zu können.

Ziel der Ergotherapie ist es, Betätigung zu erreichen. Gleichzeitig wird Betätigung als therapeutisches Medium eingesetzt.

Unsere Therapieangebote:

  • Bezugsgruppe
  • Ergogruppe Werken
  • Schmerzgruppe / Angstgruppe
  • Arbeitstherapie
  • Kognitives Training
  • Funktionelles Training / Rückenschonendes Arbeiten
  • Gartentherapie

Sport- und Bewegungstherapie

Die Sporttherapie bedient sich der Mittel und Methoden des sportlichen Trainings im Rahmen von Vorbeugung und Rehabilitation. Sie ist eine bewegungstherapeutische Maßnahme, die mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensiert, regeneriert, Sekundärschäden vorbeugt und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördert.

In unserer Klinik gibt es dazu folgende Angebote:

  • Therapeutischer Stockkampf
  • Therapeutisches Bogenschießen
  • Drachenbootfahren (in der Sommersaison)
  • Walking im nahe gelegenen Wald
  • Konditions- und Muskelaufbautraining
  • Bewegung durch Spiele
  • Ergometertraining

Die Sporttherapie soll Patienten helfen, körperliche, psychische oder soziale Beeinträchtigungen mithilfe von Sport zu überwinden, indem die Körperwahrnehmung verbessert sowie die Koordination und Kondition gesteigert werden. Sie ist nicht auf den Leistungssport ausgerichtet, sondern soll den Patienten durch Sport aktivieren und zu einem angenehmen Körpergefühl führen.

Sie beruht auf biologischen Gesetzmäßigkeiten und bezieht Elemente pädagogischer, psychologischer und soziotherapeutischer Verfahren ein und versucht, eine überdauernde Gesundheitskompetenz zu erzielen.

Wie aus vielen Studien bekannt ist, sind regelmäßiger Sport und Bewegung sehr hilfreich bei der Bewältigung psychosomatischer Beschwerden, deshalb ist die Bewegungstherapie integraler Bestandteil jedes Therapieprogramms.

Physiotherapie und Bäder

In einer psychosomatischen Klinik darf natürlich auch der körperliche Aspekt nicht zu kurz kommen. Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die in Form eines Befundes sichtbar gemacht werden. Sie nutzt primär manuelle Fertigkeiten des Therapeuten, gegebenenfalls ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten.

Unsere Therapieangebote:

  • Physiotherapie
  • Krankengymnasik im Bewegungsbad (Aqua-Gym)
  • Manuelle Therapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Diverse Massageformen

Elektrotherapieverfahren:

  • Reizstrom
  • Kurzwelle/Mikrowelle
  • Ultraschall (US)
  • Stangerbad

Wärmetherapieverfahren:

  • Fangopackung
  • Rotlicht
  • Bäder

Die Behandlung zielt dabei einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z.B. Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerz-Reduktion. Dabei wird von unseren erfahrenen Therapeuten auch der psychosomatische Hintergrund der Erkrankung berücksichtigt. Bitte beachten Sie, dass die genannten Therapien einer ärztlichen Verordnung unterliegen.

Entspannungsverfahren

"Tu Deinem Körper etwas Gutes, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen." (Teresa von Avila)
Entspannungsverfahren sind übende Verfahren zur Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung. Körperliche Entspannung und das Erleben von Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden. Entspannungsverfahren werden als Behandlungsverfahren in der Psychotherapie und allgemein zur Psychohygiene genutzt.

Für die Übung der Entspannungsverfahren gibt es ritualisierte Settings, in denen eine bestimmte Zeitdauer der Übung mit festgelegten Übungsphasen, eine bestimmte körperliche Haltung, zumeist Sitzen oder Liegen, und die Konzentration auf bestimmte Vorstellungen oder Empfindungen vorgegeben werden.

Die Entspannungsreaktion steht im Gegensatz zur Stressreaktion. Beide Reaktionen unterliegen psychophysiologischen Prozessen in der Wechselwirkung zwischen psychischen Vorgängen und körperlichen Funktionen. Manche Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel die progressive Muskelentspannung, nutzen stärker die Möglichkeit durch Veränderung körperlicher Funktionen auf psychische Vorgänge Einfluss zu nehmen, während andere Entspannungsverfahren, wie zum Beispiel das autogene Training, stärker die Möglichkeit nutzen, durch Veränderungen psychischer Vorgänge die körperlichen Funktionen zu beeinflussen. In beiden Vorgehensweisen kann sich der Übende über die Zusammenhänge zwischen seinen körperlichen Empfindungen und seinen Bewusstseinszuständen bewusster werden.

In der Übung eines Entspannungsverfahrens lernt der Übende, seine Gedanken und seinen Körper bewusst zu beeinflussen. Eine in dieser Weise bewirkte Steigerung des Wohlbefindens und Linderung oder bessere Bewältigung von Beschwerden stärkt das Erleben von Selbstwirksamkeit, Selbstkontrolle und Selbstkompetenz.

Bei uns im Haus werden angeboten:

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Bei diesem Entspannungsverfahren spannt der Übende einzelne Muskelgruppen an und lässt sie wieder los. Wesentliches Element der meist einfachen und schnell zu erlernenden Übungen ist die Achtsamkeit des Übenden für die empfundenen Unterschiede zwischen Anspannung und Entspannung. Durch die Entspannung der Muskeln sinkt der Blutdruck und die Pulsfrequenz, der Organismus kommt zur Ruhe und kann die eigenen Selbstheilungskräfte nützen. So kann auch dem Stress vorgebeugt werden.

Autogenes Training
AT ist ein von Johannes Heinrich Schultz in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickeltes autosuggestives Entspannungsverfahren. Der Übende konzentriert sich auf kurze formelhafte Vorstellungen, die einige Zeit langsam wiederholt werden, wie zum Beispiel „Die Arme und Beine sind schwer.“ oder „Die Atmung geht ruhig und gleichmäßig.“

Qi Gong
Qi Gong  ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist, die eng mit dem Tai Chi verwandt ist. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Übungen sollen der Harmonisierung und Regulierung des Energie-Flusses im Körper dienen.

Künstlerische Therapien

"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar." (Paul Klee)
Zu den künstlerischen Therapien zählen Therapien, in denen die Auseinandersetzung mit künstlerischen Medien Hauptmerkmal der Praxis ist. Künstlerische Therapien unterscheiden sich von anderen Therapieformen dadurch, dass zu der Beziehung Patient – Therapeut ein Drittes hinzutritt: das künstlerische Medium. Künstlerische Therapien können − wie in tiefenpsychologischen Ansätzen − die künstlerische Gestaltung zum Anlass nehmen, seelischen Konflikten durch künstlerische Mittel Ausdruck zu verleihen und über sie zu sprechen. 

Sie können − wie in prozessorientierten Ansätzen – das Therapeutische des künstlerischen Tuns in den Vordergrund rücken oder sie können − in rezeptiven Ansätzen − die Wirkung des Mediums auf den Klienten zum Ausgangspunkt der therapeutischen Praxis nehmen. Ihnen kommen dabei unterschiedliche Funktionen zu, wie beispielsweise die Konfliktbewältigung, Krankheitsverarbeitung oder die Aktivierung von Ressourcen.

Bei uns im Hause werden angeboten:


Musiktherapie
Durch gezielten Einsatz von Musik wird in der Musiktherapie therapeutische Wirkung erzielt. Musiktherapie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Es gibt zwei Richtungen der Musiktherapie: In der rezeptiven Musiktherapie wird therapeutische Wirkung durch das Hören von Musik erzielt. In der aktiven Musiktherapie hingegen wird der Patient zum Musizieren motiviert und dadurch therapiert.

Tanztherapie
Der frei improvisierte Tanz dient dem individuellen Ausdrücken, Verstehen und Verarbeiten von Gefühlen und Beziehungen. Der Tanz, als jede Art von Bewegung mit kreativem Ausdruck und Kommunikation, ist der Kernbestandteil der Tanztherapie. Tanztherapie Körper- und Selbstwahrnehmung, führt zu einer Erweiterung des Bewegungsrepertoires und fördert den authentischen Ausdruck und dient dabei zur Integration von körperlichen, emotionalen und kognitiven Prozessen des Menschen.

Maltherapie
Die Maltherapie ist dann ein zweistufiges Therapieverfahren, das das Malen und das Gespräch über das entstandene Bild umfasst. Die entstandenen Bilder gelten als Visualisierungen von Unbewusstem, das sich in symbolischen Darstellungen manifestiert, die seelischen Prozesse sichtbar werden lassen.