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Persönlichkeitsstörungen

Menschen sind unterschiedlich - ihre von vielen Faktoren geprägten Persönlichkeiten machen das Leben bunt und interessant. Problematisch wird es, wenn deutlich abweichende Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu einer Persönlichkeitsstörung führen, die erhebliche psychische, psychosomatische und soziale Folgen hat. 

Persönlichkeitsstile wie z.B. gewissenhaft, sensibel oder selbstbewusst beschreiben ein charakteristisches Muster, der Art und Weise, in der man denkt, fühlt und handelt. Der eigene Persönlichkeitsstil prägt die Beziehung zum Partner, zu den Kindern oder zum Chef und zu sich selbst, er trägt dazu bei, welche Arbeit uns liegt, wie wir mit Konflikten umgehen und vieles mehr. Eine Persönlichkeitsstörung liegt dann vor, wenn ein Mensch bestimmte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster in extremer Form aufweist, die merklich von den Erwartungen der persönlichen und sozialen Umgebung abweichen.

Weiterhin müssen diese extremen Persönlichkeitszüge seit der Kindheit und Jugendzeit vorliegen, das daraus resultierende Verhalten in vielen persönlichen und sozialen Situationen unflexibel und wenig angepasst sein und in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen geführt haben.

Die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen erfolgt in zwei Schritten: Zur Diagnosestellung müssen zunächst diese allgemeine Kriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung überhaupt erfüllt sein. Erst dann können die individuellen Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster anhand spezieller Kriterien einem spezifischen Persönlichkeitstyp zugeordnet werden.

Die psychischen, psychosomatischen und sozialen Krankheitsfolgen bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sind vielfältig und Betroffene berichten oft über die unterschiedlichsten Beschwerden und Probleme. So ist z.B. die zwanghafte Persönlichkeitsstörung durch ein Muster von ständiger Beschäftigung mit Ordnung, Perfektionismus und Kontrolle gekennzeichnet und Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung sind wegen ihrer perfektionistischen Neigung und der ständigen Besorgtheit, ob die eigenen Leistungen gut genug sind und ob man das Richtige tut, gefährdet weitere psychische und psychosomatische Erkrankungen zu bekommen.

Persönlichkeitsstörungen können sich auch entscheidend auf die Qualität von persönlichen Beziehungen zu anderen Menschen auswirken und Freundschaften und Partnerschaften sowie das Familienleben ungünstig beeinflussen.

Ein weiterer Bereich betrifft die beruflichen Bezüge und die Einstellungen zur beruflichen Arbeit, also die Art, wie jemand Aufgaben ausführt, Entscheidungen trifft, wie er oder sie auf Kritik reagiert, Regeln befolgt oder mit anderen zusammenarbeitet. Eine Person mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung z.B. widmet dem Beruf und der Produktivität so viel Zeit, dass Freizeit und Freundschaften oft keinen Platz mehr in ihrem Leben haben. Vor allem der Umgang mit Anderen ist oft soweit eingeschränkt, dass funktionsfähige Arbeitsbeziehungen nicht aufrechterhalten werden können und eine konstruktive Teilhabe am Arbeitsleben gefährdet oder verunmöglicht wird.